Gründung – Hugo Kottwitz
Die Kottwitz GmbH wurde 1930 gegründet blickt nun auf eine fast 100 jährige Familientradition zurück.
Der Firmengründer Hugo Kottwitz, Ofensetzer und Steinmetz, gründet das Unternehmen 1930 in Karge-Neudorf (Ostmark-Brandenburg) und beginnt als Heimatvertriebener 1948 in Frankfurt am Main erneut.
Expansion – Martin Kottwitz
1962 erhält der Betrieb seinen heutigen Standort in der Eckenheimer Landstraße 197 gegenüber dem Hauptfriedhof. Zum Geschäft und den Werkstätten gehört ein Ausstellungsgelände, das es ermöglicht, die kunstvoll bearbeiteten Steine anschaulich zu präsentieren. Im Jahr 1962 schließt Martin Kottwitz, der Sohn des Firmengründers, vor der Handelskammer Wiesbaden seine Meisterprüfung ab.
War der Name Hugo Kottwitz mit Pioniergeist und Aufbau verbunden, so steht der Name Martin Kottwitz für Stabilität. Die Zusammenarbeit beider ist äußerst fruchtbar. Ende der 60er Jahre werden Steinbearbeitungsmaschinen angeschafft, um aus den Roh-Tranchen individuelle Grabmale entwerfen, schlagen, sägen und polieren zu können. Ein zweites Ausstellungsgelände entsteht am Oberräder Waldfriedhof.
Unter Martin Kottwitz wächst nicht nur das Renomée der Firma, sie expandiert auch weiter.
Heute – Thomas Kottwitz
Seit 1999 ist der Sohn und Enkel Thomas Kottwitz Geschäftsführer der Kottwitz GmbH.
Er absolvierte 1991 seine Meisterprüfung. Aufgrund seines einfühlsamen Umgangs mit den Kunden wurde er 1999 in den Schlichtungsausschuss der Steinmetz- und Bildhauerinnung bestellt. Seit 2005 ist er stellvertretender Obermeister der Innung. Er beschäftigt 6 Mitarbeiter, darunter eine Steinmetzgesellin. In den letzten Jahren wurden mehrere Steinmetze und Steinmetzinnen ausgebildet, darunter auf der jetzige Meister Jonas Voll.
Mit handwerklichem Können und Phantasie mit Blick auf ein neues technologisches Zeitalter leitet Thomas Kottwitz nun die Firma in der dritten Generation.

Zukunft – Jonas Voll
Die Firma Kottwitz GmbH hat mit ihrem Meister Jonas Voll eine Generation, die in diesem Handwerksberuf in die Zukunft blickt.
Nach Vollendung seines Meisterstücks, ein in 80stündiger Arbeit traditionell von Hand mit Meißel gehauener Stein, wurde Jonas Voll im August 2017 zum Meister ernannt. Er machte seine Ausbildung in der Meisterschule Aschaffenburg.
Die in der Nähe des Aschaffenburger Schlosses gelegene Meisterschule unterrichtet in allen Bereichen, die heute für den Beruf gefordert werden. Das geht von Technologie, Gestaltung und Betriebsführung bis hin zur Handwerklichen Praxis. Eine Darstellung der Schule finden Sie unter www.steinmetzschule-aschaffenburg.de. Die Schule ist auch bei facebook zu finden, mit aktuellen Bildern und Texten aus dem Unterricht: www.facebook.com/SteinmetzschuleAB. In der Meisterklasse 2016/17 wurden mehrere Projekte aus der Praxis der Steinbildhauerei verwirklicht:
- Gestaltungswettbewerb zum Thema: Tempus Fugit
- Denkmal „Bäume für die Menschenrechte“, im offenen Schöntal Aschaffenburg
- Ökumene geht!: Bronzetafeln im Weg von der katholischen Stiftskirche zur evangelischen Christuskirche Aschaffenburg
- Denkmal für Fritz von Dalberg, Großmutterwiese/Grünbrücke Aschaffenburg

In seinem Konzept stellt Ihnen Jonas Voll sein Meisterstück vor:
Gartenstele „Lebenswert“
Idee
Seit Beginn meiner Ausbildung im Jahr 2006 arbeite ich in einem Steinmetzbetrieb, der sich hauptsächlich mit Grabmalen befasst. Erinnerungen und Gedenken in Stein verewigen und Schrift gestalten: eine Arbeit, die mir viel Freude bereitet. Diese Erfahrung und Freude soll nun auch in das Meisterprüfungsprojekt einfließen. Allerdings nicht als Auftragsarbeit für einen Kunden, sondern mit einem besonders persönlichen Charakter für mich und meine Familie.
So entstand der Entwurf zur Gartenstele ‚LebensWert‘, einer Erinnerungs- Stele an das Leben, an dessen Individualität und unterschiedlichen Facetten.Die Grundlage des Entwurfs bildet eine Stele, deren geschwungene Form den Lebensweg symbolisiert. Keine konstante Gerade, sondern ein Weg mit Kurven, mit positiven und negativen Momenten.
Aus der Stele wächst das Wort ‚LEBEN‘ in verschiedenen Ebenen heraus und gleicht daher einer Treppe, symbolisch für die Höhen und Tiefen im Leben. Die Anordnung des Wortes ‚Leben‘ von unten nach oben zeigt das ständige Wachstum des Lebens aus dem Ursprung hin zu einer eigenständigen, individuellen Persönlichkeit, beeinflusst durch Entwicklung, Lernen, Sammeln von Erfahrungen und Knüpfen von Freundschaften.
Material
Warthauer Sandstein.
In meinem bisherigen Berufsleben habe ich an verschiedensten Sandsteinen gearbeitet. Diese habe ich sowohl mit manuellem Handwerkzeug als auch mit Druckluftwerkzeug bearbeitet und konnte daher in der Sandsteinbearbeitung Erfahrung sammeln. Diese Erfahrung möchte ich nun auch während meines Meisterprüfungsprojektes nutzen. Aus diesen Gründen habe ich mich für Warthauer Sandstein entschieden.
Außerdem belebt dieses Material die Optik des Stückes. Einerseits wird durch die helle Farbe ein positives Erscheinungsbild „des Lebens“ zum Ausdruck gebracht, andererseits erhalten die aus der Stele herauswachsenden Buchstaben durch die gute Schattenwirkung des Materials eine besondere Tiefe.
Maße
180 cm x 47 cm x 36 cm
Oberflächenbearbeitung
Die Oberfläche der geschwungenen Stele ist gespitzt bearbeitet. Die herauswachsenden Buchstaben sind frei vom Hieb bearbeitet und anschließend leicht überschliffen. Die Zwischenräume der einzelnen Buchstaben sind soweit es möglich ist bis auf die Grundform der Stele gerade heruntergestochen. Die Grundfläche ist wie die Stele gespitzt bearbeitet.

